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E-Mini mit Hund im Kofferraum
 
(c) StillS
Es gibt ja vielleicht Menschen, die sich nicht ein Auto zulegen, das sie nicht zuvor Probe gefahren haben. Ich mache mich so auf den Weg. Mein Hund ist dabei. Gleich vorweg: Ihm gefällt es nicht so sehr, nicht mehr auf der Rückbank in seiner Kuscheldecke sich ausstrecken zu können, sondern nun in einer Transportbox – auch kuschelig ausgestattet - auf der teilbaren Rücksitzklappe zu sitzen. Ansonsten ist das Fahrerlebnis einfach cool. Der E-Mini ist ein Auto, wie man es kennt. Mit Interieur, wie man es kennt. Mit Funktionen, wie man es kennt.

Es geht von Tegernsee nach Fürstenfeldbruck. Ein Verwandten-Besuch im Altersheim. Die Strecke: 94 km einfach. Sollte doch leicht zu machen sein, das sind hin und zurück unter 200 km, denke ich mir. Die Reichweite wird ja mit 240 – 270 km angegeben.

Mini-website Ausschnitt zu Verbrauch und Emission

Allerdings: Diese Reichweite von 242 km wird im Bordcomputer nie angezeigt. Es leuchtet, je nach Voreinstellung um die 170 km Reichweite auf. Man hat mehrere Voreinstellungen für die Fahrfreude zur Auswahl. Sport, Mid, Green und Green plus. Egal welche Vorauswahl ich treffe, die Reichweite bleibt unter 200 km. Sicherheitshalber suche ich mir noch eine Ladestation am Zielort. Und vielleicht ist auch das noch für die erste Ausfahrt wichtig: Es ist Freitag, der 13. März. Der Tag vorm Corona-Lockdown.  

Die Hinfahrt macht einfach Spaß. Der Mini fährt sich wie ein Gokart, liegt toll auf der Straße, zieht ab wie Schmitzkatze. Der Verkehr auf der Autobahn ist so dicht, dass ich nie über 140 km/h fahren kann. Die eingebaute Abriegelung bei 150 Stundenkilometern wird mich also nicht weiter interessieren. In der Stadt fährt der Mini echt cool. Noch schnell, schwups, in eine Lücke ziehen, weil’s geht mit dem schnellen Gaspedal. Das macht frech. Mit dem X1 wär’s nicht gegangen, auch mit dem Mini Countryman, den ich davor fuhr, auch nicht.

Die Radionachrichten geben den Lockdown bekannt. Ich gebe Gas, damit ich noch Einlass finde im Altenheim. Fahre an der ausgewählten Ladestation darum vorbei. Von dort hätte ich noch 15 Minuten zu Fuß zum Altenheim laufen müssen. Meine App für Ladestationen sagt mir, dass es am Zielort eine gibt. Als ich da ankomme, sind beide Plätze belegt. 

Die Reichweite zeigt mir nur noch 98 km an. Damit komme ich ja direttissima wieder nach Hause, glaube ich. Jetzt erstmal ins Altenheim – aber das hat bereits die Türen versperrt. Auch auf Klingeln und anrufen gibt es keinen Zulass mehr. Abwarten bringt also nichts. Die beiden Ladesäulen sind noch immer belegt, obwohl der eine Wagen schon längst als 100% aufgeladen aufleuchtet. Die Ladestation 15 Minuten weiter ist nun auch belegt. Zugeparkt von einem Mercedes, der nicht E-Ladung braucht, sondern nur einen Parkplatz. Doofmann! 

Ich mache mich also auf den Rückweg. Auf der Autobahn fahre ich mit 125-130 km/h. Nach bisherigem Fahrverständnis, komod und vernünftig. An einer Raststätte fahre ich runter. Nicht nur der Hund muss mal. Es gibt eine Ladestation. Aber ich habe nicht die passende Ladekarte. Und noch keine Ahnung, was man dann macht. Es fängt an zu nieseln. Auf der A8 Richtung Salzburg sind alle drei Spuren frei, aber ich zuckel mit 90 km/h hinter einem Lastwagen her. Die Reichweite zeigt mir kurz vor der Autobahnabfahrt noch 23 km an. Das Navi spricht aber von 31 km bis nach Hause. Sind das die 8 km Unterschied zwischen zu Fuß laufen oder abgeschleppt werden? Aber wie kann man eigentlich nachladen? Es gibt ja keinen Kanister, mit dem ich eine Reserveladung einfüllen könnte. Und dafür den ADAC holen? Muss man den nicht selbst zahlen, wenn man zu blöd war, rechtzeitig zu tanken? Ich sehe mich schon mit meinem Hund allein durchs dunkle Feld Richtung Daheim laufen, da ruft mein Mann an. Er beruhigt (kann er immer gut) und gibt den Tipp auf Fahrstil Green plus  zu schalten. Das hatte ich schon einmal versucht. Aber da dann keine Heizung, kein Radio, kein Nix ging, war mir kalt, die Laune weg und ich habe zurück auf Mid geschaltet. Mit Green plus erweitert sich sofort die Reichweite. Ums kurz zu machen, frierend aber happy, fuhr ich mit 3 km Restreichweite in die Garage.