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Musikfest Kreuth: Der Countertenor Valer Sabadus

In der Tegernseer St. Quirinus Kirche stehen am 20. Juli barocke Arien und Concerti von Händel, Telemann und Vivaldi beim Musikfest Kreuth auf dem Programm. Das Münchner Barockensemble L’Accademia Giocosa, eines der führenden Ensembles für historische Aufführungspraxis, treten zusammen mit dem Countertenor Valer Sabadus auf. Sonja Still sprach mit ihm.

Sie sind ein Countertenor. Einer der fünf Großen der Welt, lese ich. Was macht denn ein Countertenor?

Wir können mit Hilfe der Falsette-Technik in Alt oder Sopranlage singen. Sie brauchen es sich nicht als so geheimnisvolle Kunst vorstellen. Jeder Mann kann eine Frauenstimme imitieren. Wenn er das macht, verwendet er eine Art Falsette-Technik. Bei uns Countertenören ist diese Fähigkeit besonders ausgeprägt. Wir können mit dieser Kopfstimme hoch singen, das macht uns besonders.

Und wie kommt man dazu?

Ich habe vorm dem Stimmbruch Knabensopran gesungen. Im Alter von 17 Jahren stellte dann meine Mutter, sie ist Klavierlehrerin und Pianistin, fest, dass ich noch immer in Sopranlage singen kann, obwohl ich schon Stimmbruch war. Das heißt, es gab nicht diese Registerbrüche, wie man das so kennt bei Jugendlichen.

Wir hatten im Fernsehen Andreas Scholl gehört, den habe ich imitiert. Meine Mutter hat mich dann ans Klavier gezerrt (lacht), also so in das erste bewusste Erlebnis gewesen.

 Und jetzt werden Sie gefeiert. Sie haben den ECHO Klassik bekommen, sind für einen Grammy nominiert, haben Sie das je geträumt?

Nein. Ich habe geträumt, einmal den Ruggiero in Händels „Alcina“ zu singen. Das ist die Hauptrolle in meinem Fach und das konnte ich jetzt in Basel an der Oper unter Andrea Marcon machen. Es ist anstrengend, auch körperlich. Aber es war toll.

Und nun kommen sie zum Musikfest. Waren Sie schon einmal am Tegernsee?

Ja, in Gmund. Ich bin in Niederbayern aufgewachsen, ich habe in München studiert. Und nun komme ich quasi wieder heim, also zumindest in die Nachbarschaft. Das Musikfest Kreuth hat sich als eines der wichtigsten Festivals für Kammermusik etabliert, mit sehr interessantem Programm.

Was erwartet das Publikum in Tegernsee?

Mit L’Accademia Giocosa habe ich ein tolles Ensemble an der Seite. Die Musiker sind hauptsächlich Spitzenmusiker des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, die sich auf historisches Spiel spezialisiert haben. Wir haben uns barocke Komponisten unterschiedlicher Stilprägung herausgesucht und verbinden sie. Es erklingen die schönsten barocken Arien, aber auch instrumentale Werke. Es wird ein Abend schöner Melodien! Und das in dieser wundervollen Kulisse dieses alten Benediktiner Klosters. Einfach großartig.

 

Mittwoch, 20. Juli 2017, 19.30 Uhr

St.Quirinus Kirche Tegernsee

Karten bei www.muenchen-ticket.de

oder direkt in Kreuth 08029 - 99 79 080

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