• Sonja Still
  • Musikfest Kreuth beginnt in gut einer Woche

Musikfest Kreuth beginnt in gut einer Woche

Das Musikfest Kreuth startet am 18. Juli 2017 mit einem Konzert In Gut Kaltenbrunn. Es gibt, außer für den Eröffnungabend, noch Karten. Ein Gespräch mit Dieter Nonhoff, dem Gesamtleiter des Festivals...

Die Freunde des Musikfests sind auch in diesem Jahr wieder„zu Gast bei Freunden“, wie sie es nennen. Dieter Nonhoff ist seit zehn Jahren der Gesamtleiter des Musikfests. Mit ihm sprechen wir über den musikalischen Höhepunkt des Tegernseer Sommers.

 

In diesem Jahr wird das Musikfest in der Tenne von Gut Kaltenbrunn eröffnet. Wird das Gut eine neue Heimat für das Festival?

Die Wanderschaft hat uns viele neue Perspektiven und Möglichkeiten gebracht.

Wir haben unterschiedliche Räume testen können und nun probieren wir diesen Spielort aus. Wir eröffnen das Musikfest mit Beethoven und Tschaikowsky-Werken, gespielt von Daniel Müller-Schott, Julia Fischer und Herbert Schuch. Das Publikum hat schon jetzt für uns daraus ein Highlight gemacht, denn das Konzert ist seit Wochen ausverkauft. Das erste Mal bieten wir nach dem Konzert noch ein gepflegtes Dinner unten im Gewölbe der Tenne an. Dafür kann man sich zu beiden Veranstaltungen auf Gut Kaltenbrunn bis zum 30. Juni noch anmelden. Spontan geht es leider nicht, dieses Extra zu buchen.

 

Dennoch sind Sie noch immer auf Wanderschaft, seit der Festsaal in Wildbad Kreuth nicht mehr zur Verfügung steht. Wenn es künftig eine Seebühne gäbe, würden Sie diese nutzen? Oder geht’s doch lieber zurück nach Kreuth?

Seebühne – nein. Wir machen Kammermusik, das ist sensible Musik in kleinen Besetzungen. Einzelne Konzerträume wie die Kirche St. Quirinus in Tegernsee, das Seeforum in Rottach-Egern oder auch der Kultur im Oberbräu-Saal in Holzkirchen wurden gut angenommen. Letzterer hat leider nur das Problem, dass man keinen großen Flügel in ihm aufbauen kann. Und das Bauerntheater in Schliersee wurde vom Publikum leider nicht angenommen. Kaltenbrunn könnten wir gerne beibehalten, wenn die Erfahrungen positiv sind. Doch wir würden schon zurück nach Kreuth gehen, denn da sind die Ursprünge und die Atmosphäre dort bietet eine magische Stimmung.

 

Das Musikfest Kreuth ist inzwischen eine Institution. Es wurde zum fixen Termin im Kalender der Klassikfreunde. Haben Sie je damit gerechnet, dass es so ein Erfolg wird?

Dass das Musikfest ein Erfolg wird, habe ich immer gehofft. Aber, dass ich selbst so lange dabei bin, damit habe ich nicht gerechnet. Wir sind ein gutes Team, jeder will mit dem anderen arbeiten. Ich rede zwar immer wieder davon, dass es nun für mich genug sei, davon wollen aber die anderen nichts hören. Sie lassen mich noch nicht.

 

 

Das Programm hat inzwischen höchstes Renommee, nicht nur bei Kennern, auch bei den Könnern. Wie machen Sie das?

Nun, für die Auswahl der Musiker zeichnet Helge Augstein verantwortlich. Wir im Vorstand vertrauen ihm da blind, hören aber auch selbst rein und schauen: passt das an den Spielort, passt es zur Landschaft, wird es das Publikum mögen? In den zwei Sommerwochen des Musikfests können Menschen im Tal klassische Musik erleben wofür sie sonst in die Großstädte dieser Welt reisen müssten. Das Reizvolle ist, dass es hier dennoch sehr familiär zugeht. Wenn sie im Münchner Gasteig ein Konzert hören, dann teilen sie das mit zweieinhalbtausend Menschen. Hier sind es vierhundert Plätze, die wir zu vergeben haben. Das macht es möglich, Künstler und Musik hautnah zu erleben.

 

Es ist aber auch eine finanzielle Aufgabe, das alles zu stemmen. Keine Bauchschmerzen dabei?

Wir haben vor ein paar Jahren gottseidank die Idee zu einer Stiftung gehabt. Ohne sie gäbe es das Musikfest nicht mehr. Wir standen schon ein paarmal am Abgrund. So aber können wir quasi schon zu Beginn ausrechnen, welchen Verlust wir ausgleichen müssen, wenn es nicht gut läuft. Und –toitoitoi- dieses Jahr läuft es ordentlich an. Obwohl wir etwas wagen: wir holen in diesem Jahr den King’s College Choir aus London nach Sankt Quirinus. Es ist uns eine Herzensangelegenheit einmal solch einen Chor in der Tegernseer Kirche zu hören. Da erklingt etwas, das auch einmal die Tegernseer Klostermusik geprägt und berühmt gemacht hat. Aber das wissen heute nur noch wenige und wir hoffen sehr auf viel Publikum.

 

Es ist nun das 28. Musikfest, wie sehen sie die Zukunft?

Die 30 wollen wir auf jeden Fall noch vollmachen. Man muss sehen, wie uns das Publikum gewogen bleibt.

Zurück