• Sonja Still
  • Münchnerkammerorchester und Clemens Schuldt am 19.Juli

Münchnerkammerorchester und Clemens Schuldt am 19.Juli

Vor einem Jahr kam Clemens Schuldt nach München und wird seitdem mit dem MKO für seine mutige, manchmal ausgefallene, hin und wieder experimentelle Herangehensweise gefeiert. Als Assistant Conductor des London Symphony Orchestra arbeitete er eng mit Dirigenten wie Sir Colin Davis, Valery Gergiev und Sir Simon Rattle zusammen, bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen mit Paavo Järvi. Wir bereiten uns auf ein leicht vergeistiges Dirigenten-Gespräch vor. Tja. So sind die Jungen Klassiker nicht mehr!

Das ist das Programm?! (Wir haben ihm eben das Programm des Musikfest Kreuth in die Hand gegeben) Wahnsinn! Toll! Da können wir dabei sein. Mit Daniel Müller-Schott und Julia Fischer habe ich schon gearbeitet. Ich freue mich schon sehr auf den Tegernsee. Ich war zwar noch nie dort auf dem Land, aber das ist vielversprechend.

Sie leben nun seit einem Jahr in München und sind noch nie am Tegernsee gewesen?

Das muss ich zugeben, aber ich freue mich darauf sehr. Und da es der Abschluss des ersten Jahres ist, noch mehr. Ich bin in Norddeutschland aufgewachsen und habe als Kind mit meinen Eltern immer in den Bergen Urlaub gemacht. Das Gefühl der Vorfreude kommt gleich wieder auf.

Sie werden mit dem MKO in Gut Kaltenbrunn gastieren, von dort aus hat man eigentlich den schönsten Blick über den See Richtung Süden.

Ich bin froh, dass ich beim MKO dabei sein darf. Und wissen Sie, was noch schön ist? Wir bringen Beethovens Eroica mit. Dieses Werk war mein erstes Konzert in München als neuer Chefdirigent des MKO. Und nun schließt sich der Kreis dieser ersten Saison. Das finde ich schon ziemlich schön.

Stefan Jackiw haben Sie als Solist dabei. Wie kamen Sie auf den jungen New Yorker?

Den Solisten haben wir im MKO gemeinsam ausgesucht, den kennen wir noch nicht. Aber wir erwarten eine sehr spannende Begegnung. Man hört sich ein, hört im Internet, was einer so macht. Und das was ich von ihm nun kenne, so muss ich sagen, so ist er klanglich einer des schönsten und reifesten Geiger, die ich kenne. Er gehört auf jeden Fall in die Topliga.

Sie kommen selbst viel auf der Welt rum, wie ist das so unstet zu leben?

In meinem Beruf kann man wirklich das Angenehme mit dem Arbeiten verbinden. Jetzt geht es nach Tasmanien, Hongkong und Gran Canaria – alles sehr gute Orchester. Bei denen dirigiere ich. Wenn ich aus der Probe rausgehe, ist ein Ausflug zum Strand möglich. Freilich studiere ich auch viel im Hotelzimmer, aber wenn man fertig ist, dann daf man genießen!

Sie sind eigentlich erst spät zum Dirigieren gekommen, heißt es?

Solange es mein Körper und mein Rücken es hergibt, bleibe ich Dirigent! Ich liebe dieses Tun! Das Geigenstudium war ein Weg für mich, dorthin zu kommen. Das Bild eines perfekten Dirigenten hat mich zunächst abgehalten. Ich habe mir ein Bild gemacht und er mir so anspruchsvoll ausgemalt – alles was ein Dirigent vorstellt, an Figur, Persönlichkeit, Bildungsgrad, Weitsicht, an das musikalische Gehör, was der alles können muss... da hatte ich mit 20 Jahren weder die Souveränität noch traute ich es mir zu. Ich habe damals sehr viel in Ensembles gespielt, da lernt man das Zuhören und das Aufeinanderhören. Dann habe ich das Dirigieren mit Freunden ausprobiert, habe zu Benefizkonzerten eingeladen und da durfte ich mich ausprobieren. Da erst stellte ich fest: das Gesamtpaket, das Programm, das Organisieren, diese Vielseitigkeit finde ich spannend. Es ist viel mehr, als nur den Taktstock schwingen.

Und jetzt die Zusammenarbeit mit dem Münchner Kammerorchester ist für mich einfach ganz großes Kino!

 

 

Münchner Kammerorchester unter der Leitung von Clemens Schuldt mit Stefan Jackiw, Violine

19:30 Uhr , Tenne – Gut Kaltenbrunn – Gmund

Ludwig van Beethoven: Klaviertrio B-Dur op. 97 „Erzherzog-Trio“
Peter Tschaikowsky: Klaviertrio a-moll op. 50

 

Karten bei www.muenchen-ticket.de

oder direkt in Kreuth 08029 - 99 79 080

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