• Sonja Still
  • Fotofreunde Tegernsee - Ausstellung im Seeforum Rottach-Egern

Fotofreunde Tegernsee - Ausstellung im Seeforum Rottach-Egern

40 Jahre gibt es sie schon, die „Fotofreunde Tegernseer Tal“. Das Jubiläum ist Anlass für eine sehr sehenswerte Ausstellung im Rottach-Egerner Seeforum.

Manchmal möchte man mehr sehen können. So, wie die Fotofreunde im Tegernseer Tal. Sie zeigen die Welt recht schön und in bunter Vielfalt. Die Motive sind so unterschiedlich wie die Fotografen, die ausstellen. 18 Mitglieder haben ihre Bilder gerahmt und aufgehängt. Gleich wenn man die Galerie betritt, begrüßt einen ein aufgeplusterter grauer, schier königlich anmutender Kater mit fast rundem Kopf. Eine Katze wie aus dem Märchenbuch, es würde keinen verwundern, würde das Tier auf einmal anfangen zu sprechen. Das Foto stammt von Manfred Glück aus Wall, er ist langjähriges Mitglied bei den Fotofreunden. Gegenüber beeindrucken Bilder von schweren Händen mit Schwielen, Schnitten, Pflaster und Narben, die mit einem alten Messer eine filigrane Enzianblüte schnitzen. Der Fotograf ist Holger Dunke. Er ist im Fotoclub erst kurz dabei, obwohl er schon sein Leben lang fotografiert. Es ist das erste Mal, dass er seine Bilder ausstellt. Er zeigt eine Reihe von Handwerkerhänden, die Miniaturen bearbeiten. „Mit diesen Fotos will ich an den Wert von kleinen Dingen erinnern, die wir oft achtlos übergehen“, sagt er. Das genau macht den Zauber dieser Fotos aus. Sie sind von Menschen gemacht, die sich Zeit nehmen für den richtigen Augenblick, die sich Zeit lassen mit ihrer Beobachtung. „Die Fotos entstehen im Bann des entscheidenden Moments“, wird der Festredner Patrick Mautry, Vorstand des Vereins, sagen. Es sind Fotos von Amateuren, die Freude am Fotografieren haben. Es sind keine fotogeshoppten, am Computer bis zur Vollendung nachbearbeiteten Bilder. Am besten erkennbar ist das bei dem Motiv mit dem Titel „Azurjungfrau beim Aufwachen“. Der Fotograf hält eine Libelle beim Aufwachen fest. Verschlafen hängt sie an einem Grashalm, die Flügel eingeklappt, auf den geschlossen Augen der Raureif. Wenn die Sonne über der Nicklheimer Filze, wo Helmut Schönfelder das Foto schoss, aufgegangen ist, wird der Tau getrocknet sein und die Libelle wegfliegen. Hier macht der Fotograf sichtbar, was dem normalen Auge sonst unsichtbar bleibt. Nichts ist geschönt, geglättet oder virtuell hervorgehoben. Es sind eben Freunde der Fotografie, die sich da im Tegernseer Club zusammengeschlossen haben. Schönfelder ist seit 21 Mitglied dabei, engagiert sich heute im Vorstand, obwohl er schon lange nicht mehr im Tegernseer Tal lebt. Sie tauschen sich aus, sie inspirieren einander, sie gehen gemeinsam auf Foto-Exkursion. Es ist ein reges Netzwerk, das mit seinem zusammenwirken tolle Bilder hervorbringt. Und, das die einzelnen Fotografen zu einer großen Motivvielfalt animiert. Da gibt es auch Portraits, wie „Dark Angel“, bei dem Michael Hammer einen jungen Mann zur Hälfte als „Horror-Clown“ zeigt. Da gibt es viel Natur-, einige Architektur-, aber auch Industriemotive. Auch die bannen den schönen Augenblick aufs Bild: Auf einem erhebt sich vor der Silhouette von Hamburg die Elbphilharmonie, daneben ein Containerschiff, das gleich groß erscheint, die Abendsonne glänzt überm Wasser der Elbe. Da gelingt es dem Fotografen die Sehnsucht zu schüren, das doch einmal „in Echt“ sehen zu dürfen.

 

Die Ausstellung im Seeforum Rottach-Egern endet am 10.September.

Öffnungszeiten Mo-Fr 16-21.30 Uhr

Sa und So 13- 19 Uhr

www.fotofreunde.de

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