• Sonja Still
  • Denkanstoß: Das Buch von Markus Bogner vom Boar-Hof

Denkanstoß: Das Buch von Markus Bogner vom Boar-Hof

„Ich will keinen erziehen oder belehren, ich will mit dem Buch nur etwas zum guten Leben beitragen“, sagt Markus Bogner gleich zu Beginn seiner  Buchvorstellung. Wir sitzen alle im Café, das jetzt dort ist, wo früher der Hühnerstall war. Das gute Leben ist für ihn das Leben, das allen zusteht. Viele Interessierte sind da. Gäste, die gerade nur so im Café sitzen, bleiben bei der Präsentation dabei, fragen am Ende sogar nach einer Führung über den Hof.

Vor sechs Jahren hat Markus Bogner den rund 10 Hektar großen Hof gepachtet. Ees ist ein Vollerwerbsbetrieb, obwohl ihm alle Experten und Ämter bescheinigen, dass er nicht profitabel sein kann. Die Familie bewirtschaftet den Hof so, dass sie gut leben kann. Was übrig bleibt, wird im Hofladen oder im Café verkauft.

Weil die Presse zwar bislang über ihn schrieb, aber ihn bislang nicht wirklich verstanden hat, hat er nun selbst zum Stift gegriffen und das Buch verfasst, erzählt Bogner launig. In seinem Buch legt er dar, dass er nicht mehr auf das Motto „auf immer-mehr“ setzen mag, sondern auf „Genug ist nie zu wenig“. Und vor allem setzt er auf „Selbermachen“. Im Buch gibt er ganz konkrete Tipps dazu. Die eigene Saat züchten, im Urlaub zum Hobbybauern werden, den Kompost aus der Wurmkiste holen, statt Schneckenkorn Kröten im Garten verteilen.

Markus Bogner glaubt, dass viele Leute so wie er denken, aber nicht wüssten, wie sie aus der Wachstumsspirale von immer mehr, immer schneller aussteigen könnten. Bogner hat aufgeschrieben, womit er glaubt, den Menschen – nicht nur den Bauern- Denkanstöße für eine „enkeltaugliche Welt“ zu geben. Es ist ein Buch, das klingt, als sei es für Spinner und Phantasten, ist aber geschrieben, von einem bodenständigen Praktiker, der aufzeigt, was jeder im Kleinen machen könnte, wenn er nur wollte. Nicht alles freilich, aber wenn jeder schon ein bisserl was täte, wäre allen auf dem Weg zur enkeltauglichen Welt geholfen. Das unterstreicht auch der Verleger des oekom-Verlages, Jacob Radloff, der extra zur kleinen Präsentation mit der BOB angereist ist. In seinem Verlagsprogramm widmen sich manche Autoren den großen Theorien. Mit Bogners Buch sei es gelungen, endlich ein Buch mit Praxisbezug und Machbarkeitsanspruch zu publizieren. „Ein Bauer zeigt wie’s geht“ ist denn auch der Untertitel. Rund wird das Buch allerdings vor allem durch die wunderschönen Bilder des Boarhofs-Idylls, die der Fotograf Manfred Glück aus Wall lieferte. Sie wecken die Sehnsucht, danach zu streben, das Land, unsere Landschaft und die Landwirtschaft gut zu erhalten. Und sie zeigen, dass es sich lohnt, einen andren Weg zu gehen, so wie Familie Bogner vom Boarhof.

Im Buchhandel für 19,95 Euro erhältlich.

Markus Bogner: „Selbst denken, selbst machen, selbst versorgen – Ein Bauer zeigt wie’s geht“ oekom 2016.

ISBN 978-3-86581-811-9

www.oekom-verlag.de

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